Chaos in der Küche – Jetzt gibt es Brei


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Ende Januar war es endlich soweit. Wir waren im 6. Lebensmonat und sollten nun vorsichtig beginnen etwas Brei zu geben. Also erstmal belesen und Hebamme fragen. Für Kotelett ist ja der Mund noch zu klein.

Gemüse sollte es sein. Noch ohne tierisches Protein und in fast flüssiger Form. Ärmel hochgekrempelt und frisch motiviert ging es also ans Werk.

Doch bevor ich und Hobby Mälzer (Matthias) an den Herd konnten, mussten Zutaten in Hülle und Fülle besorgt werden. Und klar möchte jedes Elternteil, das sein Kind das Bestmögliche bekommt.

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Also auf zum Marktplatz und die Qualität höchst persönlich in Augenschein nehmen beim Gemüsehändler (mittlerweile) unseres Vertrauens. Die Drillinge durften einen Tag in der Herberge Oma & Opa verbringen. Die Zwillinge waren zu diesem Zeitpunkt bei ihrer Mama.

Sturmfrei. 5 Mehrlinge weniger in der Bude … was machen wir? – Wir kochen Brei für ein ganzes Kreuzfahrtschiff. Wir schnippeln, dünsten, kochen und schmecken ab und bereiten 5 Kilo Brei (gefühlt) vor um ihn anschließend einzufrieren.

Einfach eine Handvoll Gemüse klein schneiden und gerade so mit Wasser bedecken. Am Anfang eignet sich besonders Karotte oder Kürbis. Alles langsam auf kleiner Flamme / Stufe köcheln lassen.

Wenn das Gemüse sehr weich geworden ist, Wasser abkippen und auffangen. Gemüse mit einem Pürierstab* pürieren und ein Esslöffel Öl hinzufügen.

Wenn der Brei noch nicht die Konsistenz von Joghurt hat, dann etwas von dem Kochwasser dazugeben bis die gewünschte Konsistenz erreicht ist.

Wer nicht immer täglich frisch kochen möchte (oder es aus Zeitgründen einfach auch nicht schafft), der kocht in größeren Mengen und friert es portionsweise ein.

Beim Einfrieren jedoch darauf achten, den Brei nur zu 3/4 in den Behälter zu geben. Er dehnt sich noch aus!

Vielleicht hätte man auch mal schlafen können – ohne Kinder, aber schlafen können wir noch in der Nacht – nur nie Aus- oder Durchschlafen. Also ran an den Herd. Und nach getaner Arbeit, dem Abschmecken mit „Ah!“ und „Oh!“ und der erstaunlichen Erkenntnis, dass es erstaunlich gut schmeckt. Nur die Konsistenz ist gewöhnungsbedürftig.

Ich behalte das mal im Hinterkopf fürs Alter. Also für Matthias. Der ist eh älter, verliert die Zähne früher und vergisst eher. Bei der Menge an gekochtem Brei, der in den Tiefkühler wandert, könnte man eh meinen es reicht bis in unser Rentenalter.

Ach was haben wir uns alles ausgemalt. Erst geben wir mittags etwas Brei. Dann nach ein paar Wochen nachmittags und wieder ein paar Wochen später wollten wir Abendbrei geben damit sie endlich satt in die Nacht kommen und durchschlafen. Es wird perfekt.

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Voller Erwartung also, starteten wir am nächsten Mittag aufgeregt die Mahlzeit. Die große Ernüchterung kam ziemlich schnell und holte uns auf den Boden der Tatsachen zurück. Die Drillinge starrten den Löffel mit dem leckeren Baby-Jammi-Jammi einfach nur skeptisch an.

Vor unseren Augen zerfielen die Träume von endlich regulären Mahlzeiten und dem Durchschlafen wie ein Vampir in der Sonne zu Staub. Wenn du dieses Gefühl von Träumen, die wie Seifenblasen zerplatzen kennst, dann lass uns doch noch kurz ein Like da oder abonniere unseren Newsletter. Weiter geht’s.

Und was machen Eltern von Babys um ihnen beizubringen, dass Essen etwas Tolles ist? Sie essen es selbst vor ihren Augen. Die Mundwinkel fallen nach unten. Die Augenlider schließen sich kurz und man unterdrückt so ein Hmmpf! Nicht wegen des Geschmacks, der durchaus lecker ist, sondern wegen der Schlabberkonsistenz.

Kurz zusammenreißen und ein Lächeln ins Gesicht gezaubert als wenn man meine Mundwinkel nach oben getackert hat … sehr gezwungen eben. Gott sei Dank können Kinder das gestellte noch nicht sehen?! Hoffentlich … ! Der Zweck heiligt die Mittel.

2020: Wia ham' jetze auch nen Njus-Lätta

Und was macht man als nächstes lächerliches? Man lässt den Flugzeug-Löffel durch die Küche fliegen und macht auch die entsprechenden Geräusche dazu. „Brbrbrrbrbrb!“ schwebt der Löffel auf und ab in Richtung Babymund … dieser bleibt weiterhin unbeeindruckt und – geschlossen!

Vorsichtig benetzt der Brei die Lippen des Babys. Wenn es dann doch irgendwie in den Mnd gelangt, dann nimmt das Essen doch Fahrt auf. Hofft man. Vom ersten Brei bleibt viel übrig. An Brei, An Enttäuschung und Frustration. Aber eigentlich logisch.

Und trotzdem hatte man die utopische Vorstellung, dass die Babys sich wie eine Art Obelix durch den Mittagsbrei mampfen. Aber wir beweisen in den kommenden Wochen Geduld und bleiben am Ball. Immer wieder bieten wir den Mehrlingen den Brei an. Manchmal auch unterstützt durch die Zwillinge, die sich als große Geschwister versuchen einzubringen.



Und tatsächlich gelingt es uns gemeinsam in der nächsten Zeit etwas mehr Brei in die kleinen ca. 5 bis 6 Kilo leichten Körper zu bekommen. Der Eine mag es schon etwas stückiger. Bei den Anderen muss es noch sehr flüssig sein. Eine junge Dame verschluckt sich immer. Eine Andere freut sich schon jedes Mal, wenn sie den roten Teller sieht.

Und was passiert ein wenig später? Die Kinder imitieren das fliegende Flugzeug mit ihrem Mund. Natürlich gerade, wenn sie den Brei in der Schnute haben. So spritzt der Möhrenbrei lustig in der Küche und auf den Stühlen um. Mit viel Glück, bekommt man auch selbst etwas ab. Dann geht man nicht so hungrig zum eigenen Mittagessen.

Mit Pflanzen- oder Babyöl kannst du Karottenflecken entfernen.

Beta-Carotin, das für die Farbe des Flecks verantwortlich ist, ist fettlöslich. Dazu reibst du den, am besten frischen, Fleck mit dem Pflanzen- oder Babyöl ein und wäschst ihn anschließend. Die Fettflecke bekommt deine Waschmaschine heraus.

Der Plan war zuerst, immer nur die gleichen weißen Shirts den Kindern beim Essen anzuziehen, da die Lätzchen am Anfang nicht ausreichten. War nicht praktisch. Dann haben wir eine Ganz-Oberkörper-Plane* für jedes Kind bestellt.

Ging so. Anfangs hat es schon geholfen. Hat die Wäsche reduziert. Als sie sauberer wurden beim Essen und dort mehr Routine eingekehrt ist, sind wir wieder auf die herkömmlichen Lätzchen umgestiegen. Dafür hat sich die Investition in den Stuhl von Hauck (Sit’n Relax)* mehr als bezahlt gemacht.

Die alten Babywippen waren doch sehr unpraktisch aber damals kostengünstig. Naja. Mittlerweile essen wir jede Mahlzeit, außer morgens, Brei – auch schon in festerer Konsistenz als Joghurt. Zum Frühstück versuchen wir immer etwas Toast oder Joghurt zu geben.

Das Fliegergeräusch konnten wir ihnen wieder abgewöhnen bzw. diese Phase aussitzen. Haben auch nur 2 von Dreien gemacht. Und wenn ihr auch mit Brei anfangt oder jemanden kennt, der das bald tut. Lasst den Flieger! Auch die Omas! Flieger böse.

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