Drillingsschwangerschaft 2/3


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Mehrlingsschwangerschaft - Drillinge - Erfahrungsbericht - Teil 2

Bäume wollte ich ausreißen … Bäume. Und obwohl ich bis dahin wirklich eine tolle Schwangerschaft hatte, merkte ich, dass meine Ausdauer mich in den alltäglichen Dingen des Lebens in dieser Phase immer mehr verließ.

Nicht von jetzt auf gleich – aber spürbar. Vieleicht kann ich es am ehesten und verständlichsten so skizzieren: Ich wohne im dritten Stock eines Altbaugebäudes. 56 Stufen trennen mich vom Erdreich und meinem Einsatzgebiet „Trautes Heim“.

In der 13. Woche lief ich noch recht zügig bis in unsere Wohnung hinauf. Bereits wenige Wochen danach wurde es immer mühseliger. Ich wurde immer schwerer, meine Belastbarkeit nahm immer mehr ab und ich musste mich öfter ausruhen. Ich schniefte, schnaufte und manchmal schimpfte ich auch.

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SCHWANGER MIT MEHRLINGEN

Es wird schwerer

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Der Teufelskreis hatte begonnen. Ich motiviere mich oft. Ich nehme mir auch manchmal zu viel vor … okay. Aber als ich immer runder und Träger wurde, wollten Körper und Geist verschiedene Dinge.

Sie sprachen verschiedene Sprachen, handelten entgegengesetzt und ich war die Leidtragende. Trotz Motivation sagte der Körper – Vergiss es! Ich musste öfter Pausen einlegen als es meiner Natur entspricht.

Zuerst musste ich immer eine Weile sitzen. Aber mit der Zeit wurde liegen angenehmer als Sitzen. Nur wer liegt baut schneller Muskeln ab. Mit denen war ich sowieso schon nicht gesegnet, da ich doch recht zierlich bin/war.

Weniger Kondition und weniger Muskelmasse, dafür einen wachsenden Bauch und immer noch 56 Stufen. Ihr könnt Euch vielleicht vorstellen, das ich immer öfter Pausen benötigte und kaum bis gar keine Sachen mehr zusätzlich die Treppe hinauftragen konnte außer mein Eigengewicht.

Mein Bauch legte richtig los und begann mit der heiß erwarteten Wachstumsphase. Und wie er wuchs. Als der Knoten (oder der Knopf der Hose) geplatzt war, nahm ich recht ansehnliche Ausmaße an. Und so wuchs ich von 56 cm Bauchumfang auf stattliche  106 cm. Mein Körpergewicht erhöhte sich um 15kg auf 72 kg Gesamtgewicht.

In der 24. Woche traf ich mit im Rahmen eines Geburtsvorbereitungskurs mit einigen anderen werdenden Müttern. Fast alle standen wenige Wochen/Tage vor ihrem aufregend freudigen Ereignis. Wir waren 10 Frauen.

Davon war eine dicker als ich und mit einer weiteren hatte ich Gleichstand. Den Rest konnte ich überbieten. Ein bisschen beängstigend – theoretisch lagen ja noch 16 Wochen vor mir. Das ich diese nicht erreichen würde … war mir schon klar. Aber der Gedanke … ui-jui-jui!

Und da ich nicht meckern will und mir Schwangerschaftsübelkeit und – diabetes und sonstige unangenehme Begleiter erspart blieben, nahm ich es dann gefasst auf als sich Wasser in meinen Beinen und Füßen sammelte.

Dagegen gibt es Abhilfe in Form von orthopädischen Strümpfen. Sie sind leider nicht sehr sexy, sehr eng, sehr warm und fast unmöglich allein anzuziehen. So weit zu den Vorteilen. Zu allem Überfluss legte der Sommer auch noch so richtig mit einer Hitzewelle los als ich nun unterhalb der Brust in alle Richtungen begann zu wachsen.

Auch am Strand war ich der Hingucker. Ich war rund, schwitzte aus allen Poren und durfte nicht ins Wasser. Ich schaute meinem Freund und den Zwillingen beim Baden zu. Aus Frust schaufelte ich viel Eis in meinen Körper hinein woraufhin ich einmalig durch den Diabetestest fiel. Als ich zur Nachprüfung wie ein schuldiges Schulmädchen schlurfte, bekam ich ein strenges Nicken als Lob „Ist wieder in Ordnung!“

MECKERN AUF HOHEM NIVEAU

Eigentlich ging's mir gut

WEG MIT DEFTIG

Gib mir Zucker

Rein ernährungstechnisch aber schon erstaunlich, da Zucker das Deftige langsam ablöste. Eis, Gummibärchen, Obst in vielen Variationen besonders gern aber auf Kuchen oder auch auf Torte. Zum Kompott oder in der Brause.

Auf der Kirmes oder dem Rummel zog mich der Stand mit den schokoladenüberzogenen Früchten immer magisch an. Auch das die Dinger leider immer Teurer werden konnte mich nicht abschrecken. Ich musste sie einfach haben.

Was ich nicht unbedingt haben musste, waren die zunehmenden Schmerzen in den Fersen. Am Tagen an denen ich Bäume ausreißen wollte, war es besonders schlimm. Die Hacken schmerzten und legten mich gegen 18 Uhr regelmäßig lahm.

Eine dicke Schicht Hornhaut begann an meinen Haxen zu wachsen und senkte meine weibliche Attraktivität auf einen neuen Tiefpunkt. Yeah!

Besonders emotional wurde es natürlich als wir die Geschlechter der Kinder erfuhren. Drei Mädels. Ich hoffte bis zum Schluss noch auf einen Bauarbeiter.

Und obwohl man sich immer gesunde Kinder wünscht, so war ich doch etwas geknickt. Drillinge. Ein Junge hätte aber trotzdem bei DREIEN dabei sein können. (Als ich sie das erste Mal dann sah und sie kennenlernte, verschwendete ich keinen Gedanken mehr daran!)

Ich spürte die ersten Kindsbewegungen und ich war außer mir vor Freude und Stolz. Ich spürte die Bewegungen und das Leben in mir und wie sie zunehmend auf meine Blase drückten. Unsere Kleinste lag bis zum Schwangerschaftsende sehr ungünstig für meinen Urinhaushalt.

Dauernd musste ich auf die Toilette. Endlich nun auch nachts. Darüber freut sich doch jeder. Wenn Andere schliefen, ging ich oft mehrere Mal zur Toilette und ließ ein Paar Tröpfchen im Porzellan erklingen.

Weniger Kondition, weniger Muskeln, weniger Schlaf. Bäume ausreißen wurde unmöglich – genau wie Sachen vom Fußboden aufzuheben (Danke an meinen Freund, der sich so öfter vor mir verneigte als es ihm wahrscheinlich lieb war)

Mein Empfinden gegenüber äußerlichen Temperaturen veränderte sich nun drastisch. Ich erreichte männliche Sphären. Kalte Füße – Ade! Ich konnte lauwarm Duschen und ich empfand es als sehr angenehm.

Zwanzig Grad im Freien? Bye, bye Strickjacke – come on Top (oder etwas das mal ein Top  war)! Die Kehrseite der Medaille – es war Hochsommer. Was ich an Kosten für heißes Duschen sparte, investierte ich nun in kühlendes Eis.

Wie bereits erwähnt … viel Eis! Aber ich habe fast nie meinen Humor verloren und immer ein Ziel im Blick gehabt. Und ich konnte oft über mich selbst lachen.

Und so geht es weiter …

Schwanger mit Drillingen Teil 3 – mein Erfahrungsbericht

BAUCHBILDER

In meinem Körper schlagen 4 Herzen

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