Elterngeld in 2020 – so holst du einfach mehr heraus


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Elterngeld, Basiselterngeld, Partnermonate, Mehrlingszuschlag, Partnerschaftsbonus, ElterngeldPlus für ein Baby, für Zwillinge, Drillinge und noch mehr Mehrlinge. Was ist das alles und was soll das alles? Kompliziert? Wie kombiniere ich was? Wie hole ich am meisten für mich raus? Alle Antworten hier, mit Antrag und Elterngeldrechner.
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1. Elterngeld – was ist das?

Seit 2007 können Eltern nach der Geburt ihres Kindes das sogenannte Elterngeld (folgend auch als EG) beziehen. Früher war es unter dem Namen Erziehungsgeld bekannt. Es soll Familien entlasten und unterstützen und einen finanzielle Lebensgrundlage bieten.

2. Wer hat Anspruch auf Elterngeld?

Alle Eltern, die

  1. ihren Wohnsitz oder gewöhnlichen Aufenthaltsort in Deutschland haben und
  2. ihre Arbeit vorrübergehend ruhen lassen (meistens Elternzeit nehmen) oder höchstens 30 Stunden in der Woche arbeiten gehen und
  3. mit ihrem Kind in einem Haushalt leben und
  4. nicht mehr als 500 000 Euro oder 250 000 Euro bei Alleinerziehenden an Jahreseinkünfte hatten

Dazu zählen:

  • Angestellte, Selbstständige und Beamte
  • Hausfrauen und Erwerbssuchende
  • Auszubildende und Studierende

Für wen kann man Elterngeld beantragen?

  • Für das leibliche Kind
  • Für das leibliche Kind deines Partners (Ehepartner, Lebensgefährte)
  • Adoptivkinder
  • In besonderen Fällen auch für Bruder, Schwester, Nichte, Neffe, Enkel und Urenkel – Voraussetzung ist die gleiche wie bei der Elternzeit: Eltern sind schwer krank, behindert oder ähnliches.

3. Wie lange wird Elterngeld gezahlt?

3.1 Was ist Basiselterngeld?

Grundsätzlich hast du Anspruch auf 12 Monate Basiselterngeld. Diese kannst du auch nur in den ersten 14 Lebensmonaten deines Kindes beantragen. Diese Basismonate können nun durch folgende Dinge erweitert oder abgeändert werden. Eine Erläuterung dazu findest du nachfolgend:
  • ElterngeldPlus
  • Partnermonate
  • Partnerschaftsbonus

Die Monate nach der Geburt im Mutterschutz werden auf das Elterngeld angerechnet und verkürzen den Bezugszeitraum.

Im Klartext: 8 Wochen Mutterschutz, bzw. 12 Wochen bei Frühchen und Mehrlingen werden von den 12 Monaten abgezogen. 2 bzw. 3 Monate Mutterschutz „verbrauchen“ der Mutter also schon diese Anzahl an Monaten in „Basiselterngeld“.

3.2 Was ist ElterngeldPlus?

ElterngeldPlus beträgt maximal die Hälfte (sogenannter „Deckelungsbetrag“) des Basiselterngeldes wird aber für den doppelten Zeitraum gezahlt. So ist es möglich 12 Basiselterngeldmonate in 24 ElterngeldPlus-Monate zu wandeln. Auch eine teilweise Umwandlung oder eine Kombination ist möglich.

Ist ja eigentlich egal ob nun die Hälfte aber dafür länger – was soll der Blödsinn? Wenn du nicht beabsichtigst im Bezugszeitraum zu arbeiten, dann stimmt das. Sonst bietet sich dir die Möglichkeit, dir insgesamt mehr Leistungen durch den Staat zu sichern!

Wenn du in Teilzeit arbeitest oder vor einem Jahr Auszeit wieder in den Beruf zurückkehrst, dann wäre das der Fall. Warum das so ist, erschließt sich, wenn du weißt, wie es berechnet wird. Mehr dazu in unserem Beispiel.

3.3 Was sind Partnermonate?

Mit den Partnermonaten kannst du die 12 Monate Basiselterngeld auf 14 Monate erweitern bzw. auf 28 Monate ElterngeldPlus. Du bekommst 2 Basiselterngeldmonate bzw. 4 Monate mit ElterngeldPlus hinzu, wenn du und dein Partner für mindestens 2 Monate EG beantragt.

Dazu müsst ihr nicht gleichzeitig das Geld beziehen oder zu Hause bleiben. Das funktioniert auch, wenn ihr es getrennt voneinander nehmt. Jedoch muss einer von euch mit EG weniger verdienen als vor der Elternzeit.

Väter Elterngeld

3.4 Was ist der Partnerschaftsbonus?

Mit dem Partnerschaftsbonus kannst du weitere 4 Monate ElterngeldPlus (kein Basiselterngeld möglich!) hinzubekommen, wenn ihr beide folgende Voraussetzungen erfüllt:
  • ihr müsst 4 Monaten gleichzeitig und an einem Stück in Teilzeit arbeiten
  • pro Woche liegt eure Arbeitszeit zwischen 25 und 30 Stunden (im Monatsschnitt – nicht streng auf die Woche gesehen!)
  • einer von euch muss ab dem 15. Lebensmonat durchgehend ElterngeldPlus beziehen
Diese Voraussetzungen gelten selbst dann, wenn ihr auch nur einen oder zwei Partnerschaftsbonus-Monate beantragt. Ihr seht, die Bedingungen sind wirklich streng und eng. Bei Nichteinhaltung auch nur einer dieser Punkte, müsst ihr den Partnerschaftsbonus zurückzahlen! Trotzdem kann es sich für euch rechnen diesen Bonus mitzunehmen und zwar genau dann, wenn ihr beide in etwa gleich verdient.

3.5 Wie lange wird Elterngeld für Alleinerziehende gezahlt?

Für Alleinerziehende gilt das gleiche Recht wie für Paare. Sie können Partnermonate und sogar den Partnerschaftsbonus beantragen. Für die Behörde giltst du als alleinerziehend, wenn:
  • das andere Elternteil nicht mir dir oder dem Kind zusammenwohnt
  • du steuerrechtlich als alleinerziehend giltst und den Entlastungsbetrag für Alleinerziehende bekommst. Diesen beantragst du bei deinem zuständigen Finanzamt.

3.6 Wie lange wird Elterngeld bei Zwillingen, Drillingen und noch mehr Mehrlingen gezahlt?

Nun leider wird dein Bezugszeitraum mit Mehrlingen nicht erhöht. Es soll ja deinen Arbeitsausfall etwas kompensieren und dabei ist es dem Gesetzgeber egal, wie viele Kinder du zur Welt gebracht hast. Für den Bezugszeitraum spielt es bislang keine Rolle.

Die Bundesfamilienministerin Dr. Franziska Giffey strebt jedoch eine Reform des Elterngeldes an. Demnach sollen zumindest ab 2021 alle Frühgeborenen (hier mindestens 6 Wochen zu früh geboren) mit einem Extramonat Elterngeld bedacht werden.

4. Wie hoch ist das Elterngeld?

4.1 Wie berechnet sich das Elterngeld?

4.1.1 Berechnung für Angestellte

Das Elterngeld beträgt ungefähr 65% vom deinem durchschnittlichen Nettolohn (das, was du ausbezahlt bekommst) der letzten 12 Monate. Du bekommst also 65 Cent für jeden Euro, 65 Euro für jeden Hunderter und 650 Euro für jeden Tausender, den du vorher verdient hast.

Maximal jedoch 1800 Euro, mindestens aber 300 Euro. Irgendwo dazwischen liegt also auch dein Elterngeldanspruch. Wie hoch er ungefähr ist, kannst du mit unserem Elterngeldrechner grob berechnen.

Du erhältst zusätzlich einen Geschwisterbonus von 10 Prozent (mindestens aber 75 Euro), wenn in deinem Haushalt ein weiteres, älteres Kind unter drei Jahren lebt.

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Warum nur ungefähr 65% vom Nettolohn?

Dein Elterngeld-Netto ist nicht gleich mit deinem eigentlichen Nettogehalt. Der Arbeitgeber berechnet dein Netto, indem er die Steuern und Abgaben aus deinem Bruttolohn abführt. Die Elterngeldstelle zieht von diesem Nettolohn zusätzlich noch 1/12 Werbungskostenpauschale ab.

1/12 von 1000 Euro Werbungskostenpauschale die dir pro Jahr zustehen, entsprechen 83,33 Euro für jeden Monat. Diese 83,33 Euro musst du also für jeden Monat von deinem Netto abziehen. Dann hast du das Elterngeld-Netto.

Deshalb entspricht das EG von 2000 Euro Nettolohn nicht 1300 Euro, sondern nur 1246 Euro (Rechnung: 0.65 x (2000 – 83.33)). Zum Überschlagen aber, findet man die 65 Prozent fast überall als grobe Kalkulationsgrundlage.

Die Bundesregierung verspricht übrigens, dass niemanden aufgrund von Covid-19 ein Nachteil beim Elterngeld entstehen soll, da Monate mit Kurzarbeitergeld nicht berücksichtigt wird oder voll angerechnet wird. Mehr dazu findet ihr hier!

4.1.2 Berechnung für Selbstständige

Grundsätzlich hast du als Unternehmer die gleichen Rechtsansprüche und Pflichten wie ein Angestellter. Die Berechnung weicht jedoch etwas von der des Arbeitnehmers ab. Hast du ein Nettoverdienst bis zu 1200 Euro, dann wird dein EG mit 67% berechnet. Alles was mehr als 1200 Euro ist, wird mit 65% berechnet.

Du bekommst höchstens 1800 Euro und mindestens 300 Euro Basiselterngeld. Allerdings ist der Bemessungszeitraum ein anderer. Hier sind nicht deine letzten 12 Monate entscheidend zur Berechnung sondern dein Nettoverdienst des letzten Kalenderjahres.

Wenn du also in 2020 als Selbstständiger EG beziehen möchtest, so musst du dein Verdienst von Januar 2019 bis Dezember 2019 einreichen (Einkommens-Überschuss-Rechnung). Beachte allerdings, dass deine laufenden Einnahmen aus verspäteten Zahlungen, aus Lizenzen, Pachten usw. auf dein EG angerechnet werden. Dafür könntest du dein EG aber pausieren.

Beispiel: Ein Programmierer erhält aus seinen Softwarelizenzen vierteljährlich Zahlungen von seinen Kunden. Immer im Januar, April, Juli, Oktober generiert er Einnahmen. Das ist es ihm möglich in diesen Monaten das Elterngeld zu unterbrechen.

Wem der ganze Aufwand als Selbstständiger zu hoch ist, der beantragt einfach den Mindestbetrag von 300 Euro und braucht keine Nachweise zu erbringen. Beachte jedoch, dass du auch dann nur höchstens 30 Stunden deiner Arbeit nachgehen darfst, wenn du sie nicht ganz ruhen lässt.

4.1.3 Berechnung ElterngeldPlus

Das ElterngeldPlus berechnet sich genauso wie das Basiselterngeld mit einer Einschränkung. Es beträgt 65% vom fehlenden Einkommen, jedoch höchstens halbes Basiselterngeld. Das ist der sogenannte „Deckelungsbetrag“

Beispiel: Susi ist Angestellte mit einem durchschnittlichen Monatseinkommen von 2000 Euro. Unser Berechnungsbeispiel oben in Punkt 4.1.1 zeigt uns, dass sie ein Anspruch auf 1246 Euro Basiselterngeld hat.

Nun möchte oder muss Susi nach 6 Monaten zurück in ihren Job. Da sie nun nur noch in Teilzeit arbeiten geht, verdient sie nun 1000 Euro weniger als zuvor. Nun würden ihr 650 Euro (65% von 1000 Euro bzw. vom fehlenden Einkommen zur Zeit vor der Geburt) Elterngeld zustehen.

Damit würde sie in den kommenden 6 Monaten insgesamt weitere 3900 Euro Elterngeld erhalten. Wenn sie nun aber die kommenden 6 Monate Basiselterngeld in 12 Monate ElterngeldPlus wandelt kann sie sich insgesamt 7476 Euro sichern. Also 3576 Euro mehr! Wie kann das sein?



Auch ElterngeldPlus beträgt 65% vom fehlenden Einkommen – hier 1000 Euro. 65% von 1000 wären eigentlich wieder 650 Euro, da der Deckelungsbetrag aber greift (Hälfte vom eigentlichen Basiselterngeld, welches hier 1246 Euro betrug – Hälfte von 1246 Euro = 623 Euro) ist es etwas weniger.

4.2 Wie wird Elterngeld bei Zwillingen berechnet?

Für Zwillinge, Drillinge oder noch mehr Mehrlinge gilt dasselbe Berechnungsverfahren, siehe Punkt 4.1. Das Elterngeld gibt es nämlich nicht pro Kind sondern pro Elternteil. Es soll dir einen kleinen Ausgleich zu deinen Gehaltseinbußen geben.

Der Gesetzgeber zahlt dir jedoch einen Mehrlingszuschlag von 300 Euro pro Kind.

Bis Ende 2014 war das noch anders. Man hat tatsächlich für jedes Kind EG bezogen. Für meine Zwillinge bekam ich also noch doppeltes EG. Für meine Drillinge nun leider nicht.

4.3 Wieviel Elterngeld bekommt man bei Zwillingen?

Du bekommst Basiselterngeld und einen Mehrlingszuschlag von 300 Euro oder ElterngeldPlus und einen halben Mehrlingszuschlag von 150 Euro. Der Gesetzgeber erkennt so deine erhöhten Kosten mit jedem zusätzlichen Kind an.

4.4 Mehrlingszuschlag für Zwillinge, Drillinge und noch mehr Mehrlinge

Der Mehrlingszuschlag beträgt 300 Euro pro Mehrling. Zwillinge bekommen 300 Euro mehr anstatt doppeltes Elterngeld. Bei Drillingen sind es bereits 600 Euro Mehrlingszuschlag und Vierlingseltern bekommen satte 900 Euro on top.

Für jeden weiteren Mehrling erhöht sich der Zuschlag um weitere 300 Euro. Selbstverständlich halbiert sich dieser Zuschlag bei ElterngeldPlus.

4.5 Wieviel Elterngeld bekommt man ohne Einkommen?

Wenn du vorher kein eigenes Einkommen hattest oder Geringverdiener warst, stehen dir trotzdem 300 Euro Elterngeld zu. Das ist der Mindestsatz. Allerdings wird er auf ALG II und Kinderzuschlag angerechnet.

Anrechnungsfrei ist der 300 Euro Mindestbetrag, wenn du:

  • vor der Geburt deines Kindes ein durchschnittliches mtl. Einkommen aus Erwerbstätigkeit von 300 Euro oder weniger hattest,
  • nach der Geburt kein ALG II (Hartz IV) beziehst,
  • während deiner Elterngeldmonate Arbeitslosengeld (ALG I) beziehst bzw. vor der Geburt Arbeitslosengeld erhalten hast
  • während deiner Elterngeldmonate einen Zuverdienst erzielt, der nach Anrechnung durch die Elterngeldstelle nur noch einen Anspruch auf das Mindestelterngeld zur Folge hat

4.6 Kann ich Teilzeit arbeiten, etwas hinzuverdienen mit Elterngeld?

Klares: Ja! Das ist möglich und aus rein finanzieller Sicht gerade mit ElterngeldPlus sogar sinnvoll. Du solltest jedoch wissen, dass du höchstens 30 Stunden pro Woche (im Monatsschnitt) deiner Arbeit nachgehen darfst.

4.7 Elterngeldrechner – wieviel Elterngeld bekommst du?

Wenn du es ganz genau wissen willst, dann solltest du selbst rechnen! Ziehe alle Nettogehälter der letzten 12 Monate vor dem Elterngeld zusammen, teile sie durch 12, ziehe von diesem Ergebnis 83,33 ab und multipliziere dieses Ergebnis mit 0,65

Rechnung: 0,65 x (Summe aller 12 Nettogehälter/12 – 83,33)

Wenn du es bequemer magst (oder Mathe nicht magst), dann gib deine Zahlen einfach in den Elterngeldrechner ein. Dieses Ergebnis liefert dir jedoch nur einen Richtwert und stellt keine Garantie für euren tatsächlichen Anspruch dar.

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5. Elterngeld beantragen

Vor dem Beantragen solltet ihr unbedingt noch wissen, dass das Elterngeld in Lebensmonaten ausgezahlt wird und nicht in Kalendermonaten! Ist euer Kind also an einem 10. April geboren, so bezieht ihr Elterngeld immer vom 10. Bis zum 9. Des Folgemonates.

Ansonsten kommt der Antrag zurück und ihr müsst ihn korrigieren. Das kostet Zeit, Kraft und Nerven.

Da das Elterngeld von Eurer Kommune ausgezahlt wird, gibt es keinen bundeseinheitlichen Elterngeldantrag. Wir haben uns jedoch die Mühe gemacht und für jedes Bundesland den Antrag als PDF herausgesucht. Klickt einfach auf den Link und wählt euer Bundesland aus. Dort findet ihr auch gleich die für euch zuständige Elterngeldstelle. Das sollte euch etwas an Arbeit ersparen.

Wer in den Bundesländern Berlin, Bremen, Hamburg, Rheinland-Pfalz, Sachsen und Thüringen lebt, kann es auch online mit elektronischer Unterstützung beantragen. Ein digitaler Antragassistent hilft dir beim Ausfüllen des Antrags.

ElterngeldDigital

Dann kannst du den ausgefüllten Antrag ausdrucken, unterschreiben und per Post an deine zuständige Elterngeldstelle schicken. Für weitere Bundesländer ist Elterngeld Digital bereits geplant.

6. Checkliste Elterngeldantrag – das benötigst du!

  • Vollständig ausgefülltes Elterngeld-Formular
  • Geburtsbescheinigung des Kindes
  • Kopie des Personalausweises der Eltern
  • Einkommensnachweis: Gehaltsabrechnung für Angestellte, Steuerbescheid des Jahres vor der Geburt oder eine Einnahmen-Überschuss-Rechnung für Selbstständige
  • Bescheinigung der Krankenkasse über das Mutterschaftsgeld
  • Bescheinigung über den Arbeitgeberzuschuss zum Mutterschaftsgeld
  • Arbeitgeberbescheinigung zur gewährten Elternzeit

7. So holst du mehr Bares aus deinem Elterngeld heraus!

Bevor du dein Elterngeld beantragst, solltest du über den folgenden Aspekt nachdenken: Das Elterngeld wird von deinem Netto berechnet!

Möglichkeiten dein Netto zu erhöhen um später mehr Elterngeld zu bekommen:

  • Gehaltserhöhung
  • Steuerklassewechsel
  • Freibeträge erhöhen
  • Krankenkasse wechseln

Gehaltserhöhung: Wenn es also irgendwie geht, solltest du bereits bei der Familienplanung daran arbeiten, dein Nettoeinkommen zu erhöhen. Am schönsten ist das natürlich durch eine Gehaltserhöhung aber es funktioniert auch anders.

Steuerklassewechsel: Verheiratete Paare haben zum Beispiel die Möglichkeit die Steuerklasse zu wechseln. Sollte die werdende Mutter beabsichtigen den Löwenanteil des Elterngeldes zu beziehen, dann wäre es eine Möglichkeit in die Steuerklasse 3 oder zur Steuerklasse 4 mit Faktor zu wechseln.

Nun verdienst du als Paar zwar weniger Netto vor der Geburt, aber diesen Nachteil bekommst du mit der Steuererklärung wieder zurückgezahlt. Fehlendes Netto zur Elterngeldberechnung erstattet dir keiner zurück! Je mehr Netto desto mehr Elterngeld.

Wem das zu kompliziert ist und wem es zu viel Arbeit macht, dem halte ich entgegen, das bei einem Bruttoverdienst von 3600 Euro mit dem Steuerklassenwechsel 440 Euro mehr Elterngeld drin ist. Pro Monat! Insgesamt ergibt das also 5280 Euro mehr Elterngeld über 12 Monate ohne Steuerklassewechsel.

Wie sich ein Steuerklassewechsel für dich und deinen Partner vor der Geburt auswirkt, kannst du im kostenlosen online Gehaltsrechner checken. Jedoch solltest du beachten, dass der Wechsel der Steuerklasse bereits 7 Monate vor der Geburt passiert sein muss, damit die Elterngeldstelle ihn anerkennt.

„Lieber eine Stunde über Geld nachdenken als eine Stunde für Geld arbeiten.“

John D. Rockefeller

Gerade wer Zwillinge, Drillinge oder noch mehr Mehrlinge erwartet hat nichts mehr zu verschenken. Aber es gibt noch einen weiteren Weg dein Netto zu erhöhen.

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Diese und weitere Fragen werden auch im Buch „Finanzplaner – junge Familien“* der Stiftung Warentest / Finanztest beantwortet. Unter anderem, erfährst du alles zum Elterngeld, ElterngeldPlus und wie du Geld richtig und effektiv für Kinder anlegst, wie es mit dem Eigenheim (Baukindergeld, Eigenheimzulage) klappen könnte und vieles mehr. Es ist leicht verständlich geschrieben und gibt viele praktische Beispiele.

Freibeträge erhöhen: Um weniger steuerliche Abzüge von deinem Bruttogehalt zu haben, kannst du dir beim Finanzamt deine Freibeträge eintragen lassen, die du sonst erst im Folgejahr mit der Steuererklärung zurückbekommst. Diese Freibeträge werden dir nun nicht mehr automatisch vom Lohn abgezogen und steigern dein Netto.

Diese Freibeträge sind zum Beispiel Kitabetreuungskosten, Handwerkerrechnungen oder der Freibetrag für den Arbeitsweg. Allerdings trägt das Finanzamt diese Beträge erst ein, wenn die Kosten höher als 600 Euro im Jahr sind.

Wechsel der Krankenkasse: Auch mit dem Wechsel zu einer günstigeren Krankenkasse kannst du, wenn auch nur ein Paar Euro pro Monat herausschlagen. Hier würde ich aber eher darauf achten, dass deine zukünftige Kasse die ein oder andere zusätzliche Leistung für Kinder bietet.

Solltest du zum Beispiel die empfohlene Impfung „Meningokokken“ durchführen, so bist du pro Kind über 300 Euro los. Bei uns wären das knappe 1000 Euro für die Drillinge gewesen! Die Techniker hat das freundlicherweise für uns übernommen. Aber es war eine Kann-Entscheidung!

8. Elterngeld und Steuer

Das Elterngeld ist steuerfrei. Das heißt es wird als solches, als eigenständiger Betrag nicht versteuert. Soweit zu den guten Nachrichten und der Theorie.

In der Praxis musst du in deiner Steuererklärung jedoch das EG angeben, da es laut Finanztip dem Progressionsvorbehalt zugeordnet wird. Das heißt, dass deine gesamten Einnahmen, also Lohn und Elterngeld zusammengezogen werden und daraus deine Steuerlast oder dein Steuersatz ermittelt wird.

Logisch, dass dein persönlicher Steuersatz nun steigen kann, da das EG für das Finanzamt wie Einkommen zählt. Du musst also im folgenden Jahr von deinen 65% wiederum doch etwas durch die Hintertür abdrücken. So weit zu steuerfrei.

 

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