10 Dinge, die Du über Frühchen wissen solltest


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Die Kleinsten vor der grössten Herausforderung

FRÜHCHEN – Dieses Thema macht immer Angst. Angst rührt auch oft aus Unwissenheit. Vielleicht kann es euch ein bisschen die Angst nehmen, wenn ihr vorher ein Paar Dinge wisst. Und ich kann euch aus Erfahrung sagen und euch versichern – Frühchen sind große Kämpfer. Nur Mut!
Zwillinge Drillinge Mehrlinge Mehrlingswahnsinn Logo 1

1. Ab wann spricht man Überhaupt von einer Frühgeburt? Was ist ein Frühchen?

„Von einer Frühgeburt spricht man bei der Geburt eines Säuglings vor Vollendung der 37. Schwangerschaftswoche (SSW). Manchmal werden auch die Betroffenen (sogar lebenslang) als Frühgeburten bezeichnet; ihre Eigenschaft heißt Frühgeburtlichkeit. Eine übliche Schwangerschaft dauert 40 Wochen (280 Tage nach der letzten Regelblutung). Bei frühgeborenen Kindern – oft „Frühchen“ genannt – dauert sie weniger als 260 Tage; gerechnet vom ersten Tag der letzten Menstruation. Sie wiegen in der Regel weniger als 2500 Gramm.“ (Quelle: Wikipedia)

  • Extrem früh Geborene (weniger als 28 Schwangerschaftswochen)
  • sehr früh Geborene (28 bis 31 Schwangerschaftswochen)
  • mäßig früh Geborene (32 bis 37 Schwangerschaftswochen)

Deutschland’s Frühchen

In Zahlen

0 %
aller Geburten
1
jedes Jahr
1
vor der 30.SSW

Wer sich mit dem Thema Mehrlinge auseinandersetzt, muss sich auch unweigerlich mit dem Thema „Frühchen“ beschäftigen. Denn Mehrlingsschwangerschaften sind Risikoschwangerschaften und erfordern ein hohes Maß an Selbstdisziplin, um den Föten die besten Chancen für den Start ins Leben zu geben.

Jeder Tag im Mutterleib zählt und trägt zur Reifung des ungeborenen Kindes bei. Dennoch kann es eben sein, dass es aus medizinischer Sicht sinnvoller oder bereits notwendig ist, die Mehrlinge per Kaiserschnitt zu holen. Auch bei „Einlingen“ könnte das aus unterschiedlichen Gründen der Fall sein.

Nur bei Mehrlingen sollte man sich vorher mit diesem Thema auseinandersetzen, um nicht unvorbereitet vor einem Inkubator mit lauter Schläuchen und Kabeln zu stehen, da die Wahrscheinlichkeit auf Frühchen mit jedem zusätzlichen Mehrling im Mutterleib steigt.

Ich selbst schaffte es mit den Drillingen bis zur 31. Schwangerschaftswoche (So verlief meine Schwangerschaft). Mit dem Thema „Frühchen“ habe ich mich jedoch nie so richtig auseinandergesetzt und verstand nicht die Tragweite bis ich auf der Neonatologie meine Kinder zum ersten Mal sah. Vielleicht kann ich Euch ein Paar Sachen versuchen zu erklären (obwohl ich kein Mediziner bin) und somit ein wenig auf das Vorbereiten was Euch erwarten könnte und ein Paar Sorgen und Ängste nehmen.

Wir erlebten die Arbeit auf der Neonatologie im Klinikum Frankfurt (Oder) für 7 Wochen mit einem sehr engagierten Ärzte- und Schwesternteam, die sich mit viel Herzblut und Engagement um unsere drei Frühchen kümmerten. Wir sind ihnen persönlich und in Zukunft zu großem Dank verpflichtet und sie verdienen unsere Anerkennung. Ein herzliches – Dankeschön!

So bekamen wir einen Einblick in Abläufe, Geräte und Behandlungen über die ich teilweise aus Erfahrungen berichte und teils aus Recherche für Euch zusammengetragen habe. Weitere Fakten und Antworten auf Fragen zum Thema Frühchen erhaltet ihr weiter unten.

Frühchen Neonatologie Frühgeburt Gewicht

30% aller Zwillingsschwangerschaften werden Frühgeburten - mit jedem zusätzlichem Mehrling erhöht sich die Wahrscheinlichkeit deutlich!

2. Der Inkubator und das Wärmebett

Frühchen, die ihre eigene Temperatur nur sehr schwer halten und regulieren können, benötigen Wärme und gegebenenfalls eine hohe Luftfeuchtigkeit. Der Inkubator ist ein geschlossener, transparenter Kasten mit 2 Öffnungen an der jeweils rechten und linken Seite. Hier kann man seine Hand durchstecken und das Baby streicheln, mit ihm sprechen und es wickeln. Hört sich schwieriger an als es ist, aber es ist anfänglich auch gewöhnungsbedürftig.
Frühgeburt Wärmebett Zwillinge Drillinge Inkubator

Dieser Kasten stellt die optimale Bedingungen für das Neugeborene dar. Er versorgt es mit Wärme und hoher Luftfeuchtigkeit und stellt so die optimalen Bedingungen für das Baby dar, ganz wie im Mutterleib. Zusätzlich ist er oft abgedunkelt um möglichst viele Reize von außen zu eliminieren. Zudem schützt er das Kind vor unnötigem Krach und Lärm.

Auch Tücher und Nester sind im Bett vorhanden um die Frühchen durch Begrenzung Geborgenheit zu vermitteln. Und man kann mit den Tüchern und Lagerungsschlangen die Kinder in verscheidenen Positionen bringen. Manche Lagerungen fördern die Eigenwahrnehmung oder erleichtern das Atmen. Sollten die Kinder stabiler werden (bei uns war es nach 5 Wochen Inkubator soweit), kommen sie in das Wärmebett. Hier gibt es nur noch eine geringere Wärmezufuhr von unten. Außerdem ist das Bett nach oben offen und nicht mehr abgedeckt oder verdunkelt. Wir nannten es „Cabrio“.

3. Die Ernährung

Unsere Kinder wurden am Anfang durch eine Magensonde ernährt. Dabei wird ein kleiner Schlauch durch die Nase (ohne Beatmung – sonst durch den Mund) in die Speiseröhre geschoben und von dort im Magen platziert. Darüber bekommen die Kinder dann Muttermilch oder spezielle Frühchennahrung, die der Muttermilch nachempfunden wird. Sie ist streng reguliert und wird überwacht. Zusätzlich lief immer etwas Glukose als Infusion. Bei extremen Frühchen läuft die Ernährung dann zunächst über einen Zugang. Wer stillen möchte, muss erst Abpumpen um den Körper nach dem Kaiserschnitt zur Milchproduktion anzuregen. (Wie das geht, erfahrt ihr hier) Natürlich ist die Muttermilch für uns immer erste Wahl gewesen. Als ich in den ersten Tagen noch zu wenig Milch produzierte, bekamen wir Spendermilch von anderen Müttern. Ab der 32. Woche (SSW) konnten unsere Kinder dann immer angelegt werden und direkt aus der Brust trinken. Vorher ist das Risiko einer Keimaufnahme (Cytomegalievirus, kurz: CM-Virus) zu hoch. Die Milch wurde vor dieser Woche eingefroren und später gegeben oder kurz erhitzt um einer Infektion vorzubeugen. Aber auch sonst trainierten wir die Mundmotorik durch die Gabe der Flasche. Danach waren die Drillinge immer sehr erschöpft. Was sie nicht selbst tranken, wurde wieder über die Sonde zugeführt bis sie ihre Portionen (die ans Gewicht angepasst wurden) von selbst leerten.

Entwicklung natürlicher Prozesse in einer (für sie) unnatürlichen Umgebung

Frühchen müssen anders ins Leben starten und wachsen stetig mit ihren Aufgaben

78%

4. Die Beatmung und das Monitoring

Da die Drillinge den Sprung in die 31. SSW geschafft hatten und auch noch zwei Spritzen zur Lungenreifung vor der Entbindung erhielten (also ich in meinen Hintern), waren ihre Lungen entsprechend reif und mussten nicht intubiert werden. Die Beatmungsmaschine blieb uns erspart. Wir hatten eine Atemmaske über die anfänglich Sauerstoff, später nur noch Raumluft zugeführt wurde. Die Maske erhöhe den Druck auf die Lungen, so dass diese nicht kollabieren, erklärten uns die Ärzte. Jedoch waren die Lungen nicht unser Problem sondern das Atemzentrum im Gehirn. Es war noch sehr unreif. Und so bekamen alle (kein Witz!) Koffein über einen venösen Zugang um das Atemzentrum zu stimulieren.

Der Sauerstoffgehalt wurde über eine Manschette am Fuß gemessen. Fiel er unter einen bestimmten Wert, schlug der Monitor Alarm und eine Schwester oder ein Arzt kümmerte sich sofort um unser Kind. Dann genügte es oft am Bett sanft zu ruckeln oder den Brustkorb zu berühren oder ihn sogar leicht zu massieren. Sofort setzte die Atmung wieder ein und der Sauerstoffwert stieg wieder an. Am Anfang machte es uns echt nervös und ließ uns fast verzweifeln. Ständig klingelte der Monitor.

 Aber die Schwestern und auch die Ärzte beruhigten uns mit ihrer ruhigen und gefassten Art, mit ihrer souveränen und professionellen Ausstrahlung und in vielen Gesprächen und Erklärungen zu diesen Themen. „Denken Sie daran, dass ihre Mäuse noch lange nicht auf Welt wären.“ sagte man uns immer wieder. „Sie benötigen noch Zeit und machen das alles schon sehr gut!“

Zusätzlich wurde die Herz- und die Atemfrequenz der Mehrlinge durch drei Elektroden, die auf dem Oberkörper festgeklebt waren, überwacht. Und so lernten wir nach und nach, in 7 Wochen Intensivstation, alles zu lesen, zu interpretieren und gegebenenfalls zu reagieren.

Temperatur wurde bei uns durch die gute alte Thermometer-im-Hintern-Methode (alle 4 Stunden beim Wickeln) gemessen. Bei Extremfrühchen kann sich eine Temperatursonde auf der Haut oder im Popo befinden um sie dauerhaft zu überwachen.

5. Die Eltern-Kind-Beziehung

Das Frühchen hat bereits eine natürliche Bindung zur Mutter durch das Heranwachsen in der Gebärmutter und erkennt sie an der Stimme. Auch die Stimmen der engsten Vertrauten dürften dem Kind nicht ganz fremd sein, denn Hören kann es bereits. Und so ist es ganz wichtig, dass ihr mit eurem Kind sprichst, ihm erzählst, vorliest oder etwas vorsingst. Das beruhigt sie.

Unsere persönliche Lieblingslektüre war das Buch Eine Stimme für Frühchen*, welches mit mehreren liebevoll verpackten Kurzgeschichten uns regelmäßig zu Tränen rührte. Immer wieder reflektierte es die eigene Geschichte und die, der Frühchen.

Aber egal was ihr lest, Artikel aus der Tageszeitung, Fußballergebnisse oder den neuesten Tratsch aus der Welt der Promis, das Rezept von Tante Erna’s Apfeltorte – lest einfach! Lest aus Zeitschriften, aus Büchern. Lest die Daten aus euren Fahrzeugpapieren vor. Unser täglicher Begleiter war der kindle* für den wir einen kostenlosen Probemonat (kindleunlimited*) abgeschlossen hatten , um ihn im Anschluss wieder zu kündigen.

Euer Kind muss euch hören. Oft haben wir einfach eine Hand auf ein Kind gelegt und ihm erzählt, dass wir stolz auf es sind und das wir es lieben.

Eine weitere Methode ist das „Känguruhen“. Dabei entstehen extreme Glücks- und Muttergefühle. Beim Vater entstehen natürlich Vatergefühle und es stärkt die Bindung zwischen den Kindern und uns bis heute. Dabei legt man sich das Kind vorzugsweise bauchwärts, welches nur eine Windel trägt, auf den eigenen nackten Oberkörper.

Die Drillinge konnten so unseren Herzschlag spüren, unsere Atmung, die Temperatur unserer Haut und unseren Geruch wahrnehmen. Für uns war es auch sehr faszinierend zu sehen, wie die Kinder sich entspannten und uns auch total entschleunigten.

Der Herschlag und die Atemfrequenz stabilisierten sich oft wie wir am Monitor ablesen konnten. Und so lagen wir Stunde um Stunde total entspannt mit unseren frühgeborenen Kindern im Sessel von einer Decke bedeckt.

Auch als wir die Kinder das erste Mal unter Anleitung badeten verschaffte es uns ein Gefühl des puren Glückes.

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Eine Stimme für Frühchen: Vorlesegeschichten am Inkubator

Raupe Usemuck, Carlotta mit dem vermeintlichen Sprachfehler, Schneckenkönig Paul I. oder der etwas zu abenteuerlustige Igel Isidor: Die Helden dieses Buches zeigen, dass das Kleinste manchmal ganz groß ist. So knüpfen die Kurzgeschichten zum Vorlesen am Inkubator ein liebevolles Band zwischen Frühgeborenen und ihren Eltern. Zusammen mit den Erfahrungsberichten von Frühstarter-Familien und den einfühlsam gezeichneten Bildern machen sie betroffenen Eltern Mut. Mut, daran zu glauben, dass sich ihr schwerer Weg lohnt.

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6. Die Impfung

Die erste Impfung, die uns ereilte, noch bevor wir zum ersten Mal das Krankenhaus verließen, war die Impfung gegen das RS-Virus. Erwachsenen und ältere Kinder bilden lediglich Erkältungssymptome aus. Bei Frühchen kann es jedoch zu ernsthaften Problemen führen und sich in den Atemwegen festsetzen und so lebensbedrohlich werden.

Eine Impfung wird wohl den Frühchen empfohlen, die im September noch keine 6 Lebensmonate alt sind und die mit weniger als 1500g das Licht der Welt erblickten. Da diese Imunisierung nur passiv erfolgt (es werden nur Antikörper gespritzt, die nach und nach vom Körper ausgeschieden oder abgebaut werden) muss die Impfung alle 4 Wochen wiederholt werden. Ich weiß, dass das Impfen heiß diskutiert wird und auch wir vor dieser weitreichenden Entscheidung standen. Letztendlich muss sie jeder für sich allein fällen und für seine Kinder.

Frühchen Impfung Neonatologie Frühgeburt

Zur ersten Impfung (es ist eine 6-fach-Impfung gegen Tetanus, Diphtherie, Keuchhusten, Hib, Kinderlähmung und Hepatitis B) musste ich dann erneut in das Krankenhaus mit den Drillingen einziehen. Mein Partner blieb mit seinen älteren Zwillingen zu Hause. Allein im Krankenhaus … 48 Stunden … mit 3 Babys, die gerade einmal 10 Wochen alt waren. Jedenfalls mussten die Drei zurück an die guten alten Monitore um die Herz- und Atemfrequenz zu überwachen. Frühchen neigen eher zu Atemaussetzern oder Atempausen bei der ersten Impfung und müssen somit besagte 48h überwacht werden. Gott sei Dank blieben die Monitore still. Alle weiteren Impfungen kann nun unsere Kinderärztin übernehmen.

Das Geburtsgewicht unserer Drillinge in Prozent gegenüber dem Durchschnitt (ca. 3400g)

1. Drilling (1240g)

36%

2. Drilling (1470g)

43%

3. Drilling (1470g)

43%

7. Ab wann ist ein Frühchen überlebensfähig?

Bevor ihr hier weiterlest, möchte ich euch folgendes mit auf den Weg geben: Es gibt Zahlen und Statistiken, die ich euch hier mit auf den Weg geben werde um euch zu informieren. – Aber es sind nur Zahlen. Nicht das Leben! Manche Sachen werden einfach heißer gekocht als sie gegessen werden. Letzendlich sind alle Menschen – ob Frühchen oder nicht – Individuen. Jeder ist anders. Zahlen verallgemeinern.

Die statistische Grenze für die Überlebensfähigkeit bei Frühchen liegt in der 23. – 25. SSW. In dieser Zeit wiegt das Kind ca. 700g. Allerdings findet ihr auch im Netz viele Berichte, bei denen die Frühchen mit weniger als 300g überlebten. Wenn ihr es so betrachten wollt, ist es ein Mensch, der so leicht ist wie ein Stück Butter. Wahnsinn, was die Medizin im Stande ist zu leisten – und das Neugeborene ebenfalls.

Die Überlebenswahscheinlichkeit steigt dann mit jeder Woche und auch mit der „Unterbringung“. Ist es auf einer Neonatolgie oder in einem Perinatalzentrum versorgt, steigen die Chancen wieder deutlich. Hier sind einfach Spezialisten mit mehr Erfahrung am Werk als auf einer reinen Kinderstation, ohne diese zu diskreditieren. Es ist wichtig, dass das Frühchen strikt vor Keimen abgeschirmt wird, denn das Immunsystem ist noch nicht funktionsfähig und so hat Hygiene oberste priorität.

Am Ende der 24. SSW sollten dann alle wichtigen Organe im Kind angelegt sein, auch wenn sie noch nicht funktionieren wie sie sollen, da sie noch unreif sind. Gerade die Lungenfunktion und der Temperaturhaushalt zeigt noch deutliche Defizite. Ab der 25. SSW muss das Ärzteteam erstmals per Gesetzt alle lebenserhaltenden Maßnahmen, notfalls auch gegen den Willen der Eltern, ausschöpfen. Einzige Einschränkung sind vor oder während der Geburt erworbene Schädigungen, die dem im Wege stehen könnten. Vorher liegt es im Ermessen der Ärzte.

Statistische Überlebenswahrscheinlichkeit für Frühchen

53 %
23. SSW
67 %
24. SSW
82 %
25. SSW
95 %
ab 27. SSW

8. Ursachen und Anzeichen für eine Frühgeburt

Frühchen Gelbssucht Blaulicht Frühchenstation

Die meisten Ursachen lassen sich nicht so einfach und einwadfrei medizinisch ermitteln. Es gibt jedoch bestimmte Risikofaktoren, die eine Frühgeburt begünstigen. Dazu zählt das Rauchen, die Einnahme von Alkohol und anderen illegalen Substanzen. Dabei spricht man von einer Schädigung des ungeborenen Fötus. Auch Gewalt, also die Einwirkung von Außen auf das Ungeborene, zählt dazu. Außerdem von Seiten der Mutter, schwer zu glauben, Zahnfleischentzündungen – Paradontitis – und natürlich starker Stress.

Auch eine Infektion des Urogenitaltraktes, Blutarmut und die Schädigung der Plazenta sowie weitere Schwangerschaftskomplikationen können dazu führen. Nicht zuletzt erhöht sich die Chance auf ein Frühchen in jeder Risikoschwangerschaft, zu denen auch die Mehrlingsschwangerschaft gehört.

Anzeichen für eine Frühgeburt können mehrere starke Wehen in kurzen Abständen und ein deutliches Ziehen im unteren Rücken weit vor dem errechneten Geburtstermin sein. Ein deutliches Anzeichen ist heirbei auch das Austreten von Fruchtwasser oder der Blasensprung. Auch bei Zwischenblutungen sollte unbedingt ein Arzt konsultiert werden.

9. Was für Spätfolgen zeigen Frühchen?

Zunächst einmal sollte erwähnt werden, dass nicht alle Frühchen zwangsläufig Spätfolgen zeigen auch wenn sie natürlich einem erhöhten Risiko ausgesetzt sind. Die allermeisten Frühgeborenen kompensieren den entwicklungsbedingten Rückstand im Laufe des Kindesalters. Dazu ist eventuell ein Mehraufwand durch Therapien und Arztbesuche erforderlich. Aber nicht den Kopf in den Sand stecken. Für den finanziellen Ausgleich solltet ihr durch den Medizinisch-technischen Dienst – kurz MDK – überprüfen lassen, ob euch eine Pflegestufe zusteht. Wie das geht, erfährst du hier.

Ist euer Kind in einer dafür spezialisierten Klinik zu Welt gekommen, so erhöht sich nicht nur die Überlebenschance sondern auch die Chance auf ein Leben ohne Spätfolgen. Die Wahrscheinlichkeit sinkt natürlich auch je länger die Kinder im Mutterleib reifen konnten. Zu den möglichen Spätfolgen, die besonders Frühgeborene betreffen, zählen Bewegungsstörung, Seh- und Hörbeeinträchtigungen, chronische Lungenerkrankung und ein erhöhtes Risiko Bluter zu werden.

10. Mutterschutz und Frühchen

Da man nicht 6 Wochen vor einer „Frühgeburt“ in den Mutterschutz gehen kann, was das Wort ja schon nahe legt, möchte der Gesetzgeber diesen Nachteil kompensieren. Ob ihm das gelungen ist? Naja …

Zunächst einmal geht man normalerweise 6 Wochen vor der Entbindung in den Mutterschutz und beendet ihn 8 Wochen danach. Man erhält Mutterschaftsgeld in Höhe des durchschnittlichen Nettoeinkommens, wenn man gesetzlich krankenversichert ist. Wenn ihr nicht gesetzlich krankenversichert seit, steht euch unter Umständen Mutterschaftsgeldleistungen seitens des Bundesversicherungsamts zu.

Bei Frühgeborenen beginnt der Mutterschutz nun mit der Geburt und man gibt die 6 Wochen, die einem entgangen sind, an die 8 Wochen hinten dran. Zusätzlich hat man Anspruch auf 4 weitere Wochen Mutterschutz bei Frühchen. Macht insgesamt 18 Wochen.

Hört sich erst einmal nicht schlecht an. Leider, und da hat der Gesetzgeber vielleicht nicht ganz zu Ende gedacht, wird die gesamte Zeit (bei normalen Geburten nur 8 Wochen – in unserem Fall 18 Wochen) nun voll in die Zeit des Elterngeldes fallen und wird auch angerechnet werden. Wenn man das ausrechnet entsteht einem hier leider ein kleiner finanzieller Nachteil.

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