Unser Weg zu einem entspanntem Tagesablauf


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Vielleicht hast Du Dich schon immer gefragt, wie man mehrere Kinder auf einmal groß ziehen kann? Was machen Eltern von Mehrlingen anders? Muss man ständig Beruhigungsmittel nehmen um den Tag zu überstehen? Was kann dabei helfen auch mehrere Kinder gleichzeitig groß zu bekommen ohne komplett überfordert zu sein? Ist es möglich am Abend beruhigt ins Bett zu gehen? Vielleicht sogar glücklich und beseelt am nächsten Morgen wieder aufzuwachen?

Wir können Dir zeigen, wie es funktionieren könnte – was sich bei uns bewährt hat. Wie wir es geschafft haben einige Stolpersteine und Fallstricke zu überwinden und letztendlich ein Mehrlingswahnsinn-Leben zu führen. Manchmal etwas chaotisch, aber stets bemüht!

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Im Grunde genommen ist Mehrlinge bekommen wie alt werden. Du orientierst Dich an zwei Sachen. An Mahlzeiten und an Arztterminen.

Klingt vielleicht bescheuert und etwas oberflächlich aber gerade in der Anfangszeit ist da etwas dran. Nun möchte ich nicht im Alter nur zum Arzt rennen und die Rentner Bravo (Apotheken Umschau) lesen, aber wenn ich manchmal an meine Oma zurückdenke, dann trifft das im Groben den Kern. Sie orientierte sich an den Mahlzeiten und strukturierte so ihren Tag. Dazwischen nahm sie ihre Arztbesuche war. Das habe ich im Groben auch für meine Drillinge adaptiert. Antje’s Oma geht außerdem noch gern unter die Leute und besonders gern zum Frisör – also gehen auch wir gern mit den Kindern spazieren. Nur die Haare unsere Kinder wachsen noch nicht so schnell wie die von der Oma. Das können wir noch nicht übernehmen.

Ein Tagesablauf ist das A und das O für Mehrlingseltern und entscheidet über Sieg oder Niederlage am Ende des Tages. Er entscheidet ob du gefrustet bist oder glücklich. Ob niedergeschlagen oder fröhlich optimistisch. Während Nicht-Merhlings-Eltern (klingt ein bisschen wie Muggel – Verzeihung!) in den Tag hinein leben können und nicht die ganz große Struktur am Anfang für ihre Kinder brauchen, wirst Du immer einen Plan A und B (und besser noch in groben Zügen einen Plan C) haben müssen.

Unsere Drillinge kamen nach Hause und waren bereits in einem 4 Stunden Rhythmus getaktet. Soll heißen: alle 4 Stunden wurde Wert gelegt auf körperliche Hygiene und gesunde Ernährung. Angefangen haben wir im 7-11-3 Rhythmus.

Der 7-11-3 Rhythmus

  • Frühstück 7 Uhr
  • Mittag 11 Uhr
  • Vesper 15 Uhr
  • Abendessen 19 Uhr
  • Mitternachtsimbiss 23 Uhr
  • Absacker 3 Uhr

Für uns war also schon durch die Klinik ein Rhythmus für den Tag vorgegeben, an dem wir uns orientieren konnten. Zu diesen Zeiten haben wir (uns selbst und) die Kinder geweckt, wenn sie schliefen und nacheinander versorgt. Mag für den ein oder anderen unvorstellbar sein ein friedlich schlafendes Baby zu wecken, aber für uns war es der richtige Weg den Tag mit Struktur zu füllen. Solltest du nach Bedarf füttern wollen, so ist das durchaus möglich aber nicht der unsere Weg.

Ich kann es dir sagen, weil ich das Füttern nach Bedarf mit der Antje 2 Tage lang ausprobiert habe. Auch wir ließen die Kinder individuell entscheiden, wann der richtige Zeitpunkt war zu trinken. Das Ergebnis? Zwei völlig am Boden zerstörte, entnervte Eltern. Gestresst, ungepflegt, hungrig und elendig Müde.

Das brachte unserem eigenen Plan völlig aus dem Gleichgewicht. Wir waren gefühlt nur noch damit beschäftigt Kinder zu versorgen. Ständig schrie einer nach Milch, Aufmerksamkeit oder weil er durch die Schrei des Anderen aus seinem Schlaf gerissen wurde. Wären meine älteren Zwillinge zu dem Zeitpunkt auch noch zu Besuch gewesen, hätten wir uns wahrscheinlich einbuddeln können.

Wenn Du Dir selbst mal nicht sicher bist, ob das deinem Kind jetzt gut tut, dann denke immer an die andere Möglichkeit, die dir noch bleibt. Dann entscheidest Du, mit welcher Variante es DIR besser geht.

Als wir uns wieder dazu entschlossen hatten nach Plan zu füttern und zu wecken, verwandelte sich unserer Chaos wieder in Struktur. Wir kamen runter. Waren entspannter. Hatten einen Plan. Hat das auch unseren Kindern geholfen obwohl sie nicht mehr individuell behandelt wurden? Und ob! Weil es uns half. Manchmal ist es so einfach.

Unsere Erfahrung: Du wirst auch viele Tipps bekommen von älteren Leuten wie man was machen kann. Sei nett. Höre es Dir an und lächle dabei. Wenn sie keine Mehrlinge hatten, können sie Dir nur bedingt helfen. Sei trotzdem nett – auch sie wollen nur helfen.

Ich will nicht sagen, dass dort nichts Wertvolles an Ratschlägen dabei sein kann, aber ich will Dir verdeutlichen, dass Du diese Ratschläge ausbaden musst. Du musst mit den Konsequenzen leben, wenn sie Dir sagen: „Na ich habe auch Kinder groß gezogen. Ich habe das immer so und so gemacht!“

Erstens sind alle Kinder verschieden. Sogar eineiige Zwillinge. Die Zeit ist eine andere. Du musst Deinen Weg finden und keinen anderen kopieren. Nicht mal den unseren. Finde den Tagesablauf der am besten zu Dir (achte immer auf Dein eigenes Wohlbefinden!) und Deinen Kindern passt. Reflektiere den Tag, passe ihn gegebenen Falls an. Mein Tipp: Je langweiliger der Tag, desto entspannter sind oft die Kinder.

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Nach unserer Experimentierphase Bedarfsfütterung, veränderten wir zum Beispiel unsere Zeiten für die Nahrungsaufnahme. Wir verlagerten alles eine Stunde nach vorn. Unser neuer Rhythmus war 6 Uhr, 10 Uhr und 2 Uhr. Einfach, weil es uns abends zu spät wurde und wir in diesem Rhythmus die ersten 5 Monate mehr Schlaf fanden als im Alten.

In naher Zukunft nun, fangen wir Beikost an und beginnen einen neuen Lebensabschnitt mit den Drillingen. Feste Nahrung – wenn man das von Brei behaupten kann. Hier kommt uns der 7-11-3 Rhythmus wieder besser entgegen, auf den wir nun erneut umstellen und ihn dann auch beibehalten.

Die Arzttermine der Drillinge (Frühchen, deshalb haben wir mehr Arzttermine als die meisten Kinder) legen wir in die Zwischenzeiten. Unsere Ärzte und Schwestern an der Anmeldung wissen immer schon bescheid und fragen: „Na wie passt es Ihnen denn?“

Eine Stunde und vor und nach den Mahlzeiten gar nicht. Immer dazwischen, wenn es hier in der Umgebung ist. Und – wir schaffen es fast immer pünktlich, wobei 10 Minuten als Drillingstoleranz zählt. Nur ein Mal bis jetzt sind wir 15 Minuten zu spät gekommen. Und das auch nur weil unser Kinderwagen nicht in den Aufzug passte. Alles abbauen und einzeln hochtragen – oh man!

Jedes Lächeln, Jauchzen, jedes Greifen nach deinem Finger, jede Umarmung und jedes in die Augen schauen kann auch deine eigenen Bedürfnisse wie Hunger, Schlaf oder den Wunsch nach Hygiene für kurze oder längere Zeit vergessen machen.

Das ist das wahre Elterngeld. Dein Motor. Deine Motivation. Dein Lohn. Es kann Dir unendlich viel Kraft geben!

Wenn wir nicht zum Arzt müssen, gestalten wir die Wachphasen der Kinder und beschäftigen uns mit ihnen. Dann achten wir auf deren Zeichen! Wir wissen, dass Babys viel Schlaf brauchen und kennen die Grenze unserer Kinder zwischen freudig erregtem Spielen und totaler Übermüdung. Die Grenze dazwischen verwischt auch mal sehr schnell.

Im Moment (5 Monate – korrigiertes Alter 3 Monate) sind wir in der Regel eine bis eineinhalb Stunden wach. Mahlzeit inklusive und nur am Tag versteht sich. Nachts gibt es keine aktiven Wachphasen. Nur die Mahlzeit. Dann wieder ab ins Bett. Und hier wird es wieder etwas individueller. Einer der Drillinge schafft eigentlich nur eine Stunde und ein Anderer gelegentlich schon 2 Stunden. Wir haben einfach mehrere Schlafplätze in der Wohnung in der wir manchmal alle Kinder verteilen.

Unser Plan B, wenn nicht alle Kinder zur Ruhe kommen, es aber doch müssen und brauchen: Anziehen, einpacken, ab in den Kinderwagen. Spazieren gehen. Es ist sowieso fester Bestandteil unseres Tagesablaufes. Meistens vormittags und nachmittags. Aber es ist auch immer unsere Allzweckwaffe, wenn die Kinder nicht zur Ruhe kommen.

Für uns ist das Nichtschlafen, genauso wie das Nichtessen keine Alternative. Wir achten ziemlich penibel (+/- 30 Minuten) darauf unseren Tagesablauf und den Rhythmus der Kinder einzuhalten. Der Lohn dafür, ist die positive Grundstimmung unserer Kinder und nicht zu vergessen – auch unsere eigene Stimmung.

Nun ermutige ich Dich, Deinen Tagesablauf zu finden und zu planen. Er sollte Dein Fels in der Brandung sein. Deine Versicherung. Dein Fundament auf dem alles aufbaut. Er wird Dich leiten und Dir und Deinen Kindern Sicherheit geben. Er wird Dich durch den ganzen Mehrlingswahnsinn begleiten.

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Was ist mit Euch? Könnt Ihr diese Erfahrung bestätigen oder macht Ihr es vielleicht völlig anders? Lebt Ihr ohne Kinder einfach so in den Tag hinein oder steckt nicht in jedem von uns ein bisschen von der Oma? Ich bin schon gespannt auf Euren Tagesablauf! Ich würde mich freuen, wenn Ihr etwas darüber unten in die Kommentare setzt.

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